„Never touch a running system“ – ein Satz, den man in der IT-Branche, vor allem im deutschsprachigen Raum, oft hört. Und ja, er hat seine Berechtigung, denn wer funktionierende Systeme nicht anrührt, vermeidet Risiken. Aber ist das wirklich die richtige Strategie in der Zeit der Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung von KI in der Sprachindustrie? Wenn ich eines in meinem Berufsleben gelernt habe, dann, dass dieser Satz auch ein Fortschrittskiller sein kann!
Gewohnheiten als Erfolgskiller
Gewohnheiten geben uns Sicherheit. Jahrzehntelang lief es gut, warum also etwas ändern? Gerade in der Sprachindustrie hat man sich an den Erfolg von Translation-Memory-Systemen (TM) gewöhnt. In den 2000er-Jahren durfte ich selbst Unternehmen aufklären, dass sie mit TM-Systemen Zeit sparen, Kosten senken und die Übersetzungsqualität steigern können. Was damals wie ein großer Schritt wirkte, ist heute Standard. Doch es hat zwanzig Jahre gedauert, bis die Vorteile dieser Systeme wirklich in der Industrie angekommen sind. Mein Ziel war es damals, meinen Kunden zu helfen, effizienter zu arbeiten und ihre Übersetzungsprozesse in jeder Hinsicht zu optimieren.
Heute sehe ich die gleiche Herausforderung erneut. Es wäre schade, wenn wir für diese technologische Evolution wieder so lange brauchen würden. Doch diesmal haben wir keine 20 Jahre Zeit. Die kommenden zwei Jahrzehnte werden die Mehrsprachigkeit komplett auf den Kopf stellen.
Digitalisierung und KI: Der nächste Meilenstein
Heute stehen wir erneut vor einer technologischen Revolution. Die digitale Transformation und der Einsatz von KI-Technologien läuten eine neue Ära ein. Und was damals mit Translation-Memory-Systemen möglich war, ist heute dank KI noch effizienter, schneller und kostengünstiger:
- Höhere Übersetzungsqualität durch LLMs (Large Language Models), die Nuancen und Kontext besser verstehen.
- Kürzere Bearbeitungszeiten, die klassische Abläufe in den Schatten stellen.
- Weniger Kosten, da menschliche Nacharbeit auf ein Minimum reduziert wird.
Kunden, die heute noch Übersetzungen „klassisch“ einkaufen, werfen schlichtweg Geld zum Fenster raus. Sie setzen auf veraltete Strukturen, während Wettbewerber bereits auf die Vorteile von KI setzen.
Die Zukunft: Der Babel-Fisch-Effekt
Ich bin überzeugt, dass wir uns in den kommenden Jahren in eine Situation bewegen, wie sie Douglas Adams in Per Anhalter durch die Galaxis beschrieben hat. Stellen Sie sich vor, wir stecken uns einen Babel-Fisch ins Ohr, und plötzlich verstehen wir jede Sprache auf der Welt – ohne Verzögerung, ohne Hürden. Diese Vision ist nicht mehr nur Science-Fiction. Wir haben heute die Technologie, die ersten Schritte dorthin zu gehen.
Das Verstehen von Sprachen wird zur Selbstverständlichkeit. Wer jetzt offen für Veränderung ist und sich auf diesen Wandel vorbereitet, wird die Vorteile früher und umfassender nutzen können. Wer wartet, riskiert den Anschluss.
Das magische Dreieck: Jetzt möglich durch KI
Das magische Dreieck – Zeit, Kosten und Qualität – galt lange als ein unauflösbarer Widerspruch. Doch die technologische Entwicklung hat gezeigt: Mit den richtigen Tools lassen sich alle drei Dimensionen gleichzeitig verbessern. So wie damals die TM-Systeme für einen Quantensprung sorgten, ermöglicht KI heute einen noch größeren Erfolg. Warum also zögern?
Mein Appell: Lassen Sie Gewohnheiten hinter sich
In meiner Beratungspraxis begegne ich immer wieder Unternehmen, die an alten Prozessen festhalten – weil sie funktionieren. Das ist menschlich, aber es ist auch gefährlich. Die Welt dreht sich weiter, und wer den Zug der Digitalisierung und KI verpasst, bleibt auf der Strecke.
Seien wir ehrlich: Was gestern „ausreichend gut“ war, wird morgen nicht mehr gut genug sein.
Fazit: Stillstand ist der Anfang vom Ende – wagen Sie den nächsten Schritt!
Digitalisierung und KI in der Sprachindustrie. Die Sprachindustrie hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, was möglich ist, wenn wir den Mut haben, Neues auszuprobieren. Doch die lange Integrationsdauer der Translation-Memory-Systeme kann kein Vorbild für die Zukunft sein. Damals hat es zwanzig Jahre gedauert, bis die Vorteile dieser Systeme in der Industrie flächendeckend angekommen sind – so lange dürfen wir diesmal nicht warten. Die technologische Entwicklung schreitet viel zu rasant voran. Unternehmen müssen sich heute so organisieren, dass sie schnell auf Veränderungen reagieren und neue Technologien umgehend integrieren können. Wer das nicht tut, riskiert Stillstand und verliert den Anschluss.
Wir erleben gerade einen Wandel, der die Mehrsprachigkeit revolutionieren wird. In den kommenden Jahren wird das Verstehen von Sprachen zur Selbstverständlichkeit. Lassen Sie uns nicht erneut zwanzig Jahre auf den Erfolg warten, sondern die Chancen der KI jetzt nutzen. Wer sich jetzt anpasst, wird als Pionier vom technologischen Vorteil profitieren – solange, bis er zur neuen Normalität wird. Jetzt ist die Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. Wer heute die Chancen von KI ignoriert, riskiert den Stillstand und damit den eigenen Erfolg. Lassen Sie uns die Gewohnheiten hinterfragen, den Satz „Never touch a running system“ vergessen und die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und KI nutzen – effizienter, besser und kostengünstiger.
Ich hoffe, dass wir diesmal nicht wieder 20 Jahre brauchen, um die technologischen Möglichkeiten der Übersetzungsbranche einzusetzen. Die Zukunft wartet nicht – und der Babel-Fisch kommt. Wer sich jetzt anpasst, wird die Reise führen und vom technologischen Vorteil als Pionier profitieren, solange es nicht zur Selbstverständlichkeit wird. Sind Sie bereit?
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