Wie können wir Gewohnheiten ändern, die längst zur Routine geworden sind und fast automatisch ablaufen? Diese Frage stellt eine große Herausforderung dar, weil Gewohnheiten oft zu unbewussten Selbstverständlichkeiten werden. Dadurch führen wir sie aus, ohne darüber nachzudenken, und bemerken häufig nicht einmal, dass sie erledigt wurden. Gerade deshalb fällt es uns schwer, solche Gewohnheiten bewusst wahrzunehmen und gezielt zu hinterfragen.
Genau darin liegt das Problem: Diese Automatismen hindern uns oft daran, uns weiterzuentwickeln und zu verbessern. Der erste Schritt zu einer besseren Arbeitsweise besteht darin, unsere Gewohnheiten zu erkennen. Erst wenn wir uns ihrer bewusst werden, können wir sie wirklich hinterfragen und damit die Grundlage für Verbesserungen schaffen.
Ist eine Gewohnheit weiterhin die beste Wahl für unser Ziel? Wenn ja, sollten wir sie beibehalten. Falls nicht, analysieren wir die Gewohnheit, leiten die notwendige Veränderung ein und setzen die neuen Ansätze konsequent um.
Klärung finden: Welche Aspekte einer Gewohnheit sollten wir ändern?
Im ersten Schritt empfiehlt es sich, die Gewohnheiten in Form einer Checkliste zu analysieren. Nehmen wir als Beispiel eine Übersetzungsanfrage, die vom Translation-Team des Unternehmens bearbeitet wird.
Wir bewerten jede Gewohnheit mit einem Zeichen:
- „+“ für eine gute Gewohnheit,
- „-„ für eine verbesserungswürdige Gewohnheit,
- „=“ für eine neutrale Gewohnheit.
Gewohnheiten mit einem „-“ sollten wir anpassen, um den Ablauf und das Ergebnis zu optimieren.
Beispiel-Checkliste für eine Übersetzungsanfrage:
Übersetzungsanfrage geht ein (-)
Anfrage lesen und bewerten (-)
Angebot für die Übersetzungskosten anfragen (-)
Angebot bewerten (=)
Bestellnummer organisieren (+)
Übersetzung beauftragen (=)
Übersetzungsstatus überwachen (-)
Übersetzung empfangen (-)
Auslieferung der Übersetzung (-)
Bezahlung (+)
Die systematische Analyse zeigt klar, welche Schritte wir überarbeiten sollten, um den gesamten Prozess effizienter und effektiver zu gestalten.
Alle Gewohnheiten mit einem ‚-‚ hinterfragen: Chancen der Digitalisierung nutzen
In diesem Beitrag steht die Digitalisierung im Fokus, und ich bewerte die Gewohnheiten aus der Perspektive der technologischen Möglichkeiten. Die rasanten Fortschritte der letzten Jahre ermöglichen es, viele der genannten Gewohnheitsschritte zu optimieren und effizienter zu gestalten.
Beginnen wir mit dem ersten Schritt: „Übersetzungsanfrage geht ein“. Heute automatisieren wir diesen Prozess vollständig, indem wir die Anfrage direkt an den Dienstleister weiterleiten. Wir automatisieren auch die Auslieferung der Übersetzung und übermitteln sie direkt an den Auftraggeber.
Bis vor kurzem wurden diese Schritte manuell erledigt. Doch mit den heutigen Möglichkeiten der Digitalisierung ist dieser Ansatz überholt. Prozesse, die früher zeitaufwändig und fehleranfällig waren, lassen sich inzwischen problemlos automatisieren. Dadurch werden nicht nur Effizienz, sondern auch Zuverlässigkeit und Wettbewerbsfähigkeit erhöht.
Die Digitalisierung bietet Unternehmen enorme Chancen, ihre Arbeitsabläufe zu verbessern damit sich ihre Ressourcen auf strategisch wichtigere Aufgaben konzentrieren können.
Mit Ritualen Gewohnheiten regelmäßig prüfen und durch Digitalisierung optimieren
Ziel ist es, etablierte Gewohnheiten regelmäßig zu hinterfragen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess aktiv umzusetzen. Dieser Prozess hilft dabei, Abläufe und Gewohnheiten stetig zu verbessern. Neue technische Möglichkeiten durch die Digitalisierung bieten enormes Potenzial, um Prozesse effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Ein beeindruckendes Beispiel kommt aus Japan: Die dortige Bundesbahn hat Rituale eingeführt, die helfen, die Gewohnheiten ihrer Mitarbeitenden regelmäßig zu überprüfen. Der Lokführer eines Schnellzugs macht beispielsweise bei jeder Anfahrt eine Ansage mit der aktuellen Uhrzeit. Dadurch überprüft er bewusst, ob er im Zeitplan liegt.
Dieses Ritual sorgt unbewusst dafür, dass Abweichungen – etwa Verspätungen – schnell bemerkt werden. Treffen Abweichungen ein, analysieren die Verantwortlichen die Ursachen und passen ihre Gewohnheiten an. Dank dieses einfachen, aber effektiven Prozesses erreichen die japanischen Schnellzüge eine beeindruckende Pünktlichkeitsquote von 99 %.
Solche Ansätze, kombiniert mit den Möglichkeiten der Digitalisierung, können auch in anderen Bereichen angewandt werden, um Abläufe kontinuierlich zu verbessern und nachhaltige Effizienz zu erzielen.
Fazit: Digitalisierung als Motor für bessere Gewohnheiten
Die Kombination aus einer bewussten Überprüfung von Gewohnheiten, der Etablierung sinnvoller Rituale und der Nutzung moderner Digitalisierungstechnologien bietet Unternehmen einen klaren Weg, Prozesse effizienter und zukunftsfähig zu gestalten. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre eigenen Gewohnheiten zu analysieren, und profitieren Sie von den Chancen, die die Digitalisierung bietet!
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